Seascape Chiemsee Cup 2017

Seascape Chiemsee Cup 2017

 

Vom 01.09. bis 03.09.2017 organisierte der Libera Yacht Club Chiemsee (LYCC) den ersten Seascape Chiemsee Cup für die beiden Klassen Seascape 18 und 24. 7 Mannschaften auf der Seascape 18 starteten zeitversetzt mit den 4 Mannschaften der Seascape 24 auf klassischen Up-and-Down Kursen vor Prien. Der Chiemsee – außer für 3 lokale Mannschaften –  stellte für die slowenischen, österreichischen und deutschen Crews Neuland dar. Das Revier überrascht von der Größe, der Anzahl an Yachthäfen und dass der Wetterbericht 3 Tage Regen und Wind anzeigen kann!

Das Onshoreteam um Organisator und LYCC  Präsident Olaf Wittenberg ließ uns den Wetterfrust nach dem Aufriggen bei 11C°   durch einen herzlichen Empfang rasch vergessen und bestach die gesamten 3 Tage durch einen perfekten Ablauf. Unsere Freunde aus Bayern sind herzliche Gastgeber!

Für Samstag und Sonntag waren 7 Wettfahrten angesetzt, wobei zuerst der Start der 18er, gefolgt im 5 Minuten Abstand für die 24er erfolgte. Trotz Regen gab es Windprognosen von 8-14kn für die beiden Tage aus NW – NE.  Samstagmorgen konnten wir nicht glauben, dass wirklich 12-10 kn am See gemessen wurden und als alle Teilnehmer startklar waren, erfolgte um 10:45 das Ankündigungssignal zur ersten Wettfahrt. Der Kurs wurde mittels 2 Motorbooten auf Grund drehender Winde unermüdlich angepasst. Auch dieser drehende Wind erforderte einen Abschuss nach dem ersten Start, da die Startkreuz zum Anlieger wurde.

   

 

 

Die drehenden Winde machten mehrmaliges Umlegen der Bojen notwendig, die Wettfahrtleitung konnte bis zum späteren Nachmittag schließlich 2 Wettfahrten durchbringen. Solider Grundsegeltrimm, Verlass auf den Verklicker und aufmerksame Kontrolle der Bootsgeschwindigkeit wurden essentiell, weil im Dauerregen die Windfäden zum nutzlosen Accessoire verkommen sind!

Bei den 24ern war das Feld sehr eng. Keine wesentlicher Geschwindigkeitsunterschied war zwischen den 4 Booten bemerkbar. Vielleicht konnten kleine Unterschiede in den Manövern, vor allem beim Setzen und Bergen des Gennakers ausgemacht werden, aber bis auf die letzte Wettfahrt brachte jede mehrere Führungswechsel und einen spannenden Regattaverlauf mit sich.  Leider war der Gastgeber in der 1 Wettfahrt zu großzügig und opferte seinen Gennaker, sodass er bei Wettfahrt 2 ein DNC verbuchen musste. Segelreparaturen – bekanntlich unmöglich bei regenassem Tuch – wurden durch die lokale Gemeinschaft  trotzdem gelöst, sodass am folgenden Sonntag wieder alle 4 Boote am Start waren.

 

Auch der Wind hatte am Sonntag auf 10-16kn aufgefrischt und bis zur 4. Wettfahrt gab es 3 verschiedene Sieger.  Hervorzuheben ist der Sieg von Crew Reichl bei Wettfahrt 4, die 2 Tage zuvor ihr Schiff von der Werft übernommen hatten, aber das Training der letzten Monate auf GER 7 ausspielen konnten. Zu diesem Zeitpunkt lagen Paul Pehr und Christian Hotwagner auf AUT 29 mit 2 Siegen zwar punktegleich knapp vor  Martin Lindner und Dirk Wöhling auf GER 12.  Der Start um 12:30 zu Wettfahrt 5 gab noch Hoffnung auf 2 weitere Wettfahrten vor 14.00 und auf einen Streicher. AUT 29 sah beim Start einen Vorteil auf der Backbordseite und ging mit Steuerbordbug vor den 3 anderen auf Backbordbug über die Startlinie. Das Risiko zahlte sich aus, da die 3 trotz Vorfahrt umlegen mussten und so ein enger Wettkampf zwischen allen 4 Booten auf der Kreuz entstand. In einer Regenfront drehte der Wind kurz auf SE, sodass abermals Mut gefragt war und AUT 29 als erstes Boot im Feld den Gennaker setze. Dieser Einsatz erlaubte einen kleinen Vorsprung um so die Gegner bis ins Ziel zu kontrollieren.   Mit Sieg Nummer 3 stieg die Chance auf den Gesamtsieg für Pehr/Hotwagner, da die direkten Gegner einen dritten Platz verbuchten und auch das 2. österreichische Boot mit Hans Peter Reichl und seiner Frau Bernadette mit Platz 2  Schützenhilfe leisteten.  Wettfahrt 6 wurde um 13.54 gestartet und musste wegen eines Winddrehers vorzeitig abgeschossen werden.  Ein Neustart war im Rahmen des Zeitlimits nicht mehr möglich. Das Endergebnis stand fest – die Crew AUT 29  Pehr / Hotwagner gewannen vor GER 12 Wöhling/Lindner, vor der Crew Reichl und Crew GER 7 Wittenberg/Rammelsberger.

 

   

Für alle Crews der 24er waren die 3 Tage eine wertvolle Erfahrung, da die Boote für alle Eigner noch sehr neu sind und bisher kein direkter Vergleich mit anderen Booten der Klasse bestand. Am Wasser waren die Boote ähnlich schnell, die Positionen in den Regatten entschieden sich vor allem in den Manövern und der Wahl der Bahnen. Im gemütlichen Rahmen nach den Wettfahrten konnten noch Trimmdetails ausgetauscht werden, die das Handling und Geschwindigkeit der Boote noch verbessern sollten.

Vielen Dank an Olaf Wittenberg und sein Team, dass eine so perfekt organisierte Veranstaltung am Chiemsee im LYCC abgehalten werden konnte.

 

Autor: Paul Pehr, Seascape 24, AUT 29

Alle Bilder und Videos auf: http://lycc.magix.net/alle-alben/!/oa/7419082/

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